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Interview Stilblut

„Stilblut“ klingt erst mal etwas gefährlich. Wirft man jedoch einen genauen Blick auf den Instagram-Kanal von Beauty-Expertin und Redakteurin Veronika Haslinger, strahlt einem eigentlich nur puderfarbenes Eye-Candy entgegen. Denn die Wahlmünchnerin versteht es wie keine zweite, Beauty-Produkte ästhetisch in Szene zu setzen. Mit wem sie gerne einmal unterm Weihnachtsbaum sitzen würde und worauf sie bei der Wahl ihrer Weihnachtsgeschenke besonders achtet - wir haben die sympathische 36-Jährige auf ein Interview getroffen.

 

Weihnachtsmann oder Christkind?

Christkind, damit bin ich groß geworden, inklusive einer sehr schönen Weihnachtstradition auf unserem Hof, bei der ein zartes Klingeln aus der Stube ertönte, wenn das Christkind dort zugange war. Meine Großeltern haben ihr Leben lang sehr sehr viel gearbeitet, auch körperlich. Diese Tradition war eine wichtige Auszeit vom Alltag, bei dem beide in aller Frühe aufgestanden und in den Stall und die Küche gegangen sind und erst spät am Abend fertig waren, tagein, tagaus. Dementsprechend kostbar ist diese Erinnerung und hat auch für mich nichts mit dem heutigen kommerziellen Weihnachtswahnsinn und Konsum zu tun.

 

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Dich?

Für mich persönlich bedeutete es, dass ich so schonend und rücksichtsvoll mit der Natur, ihren Ressourcen und allen Lebewesen umgehe. Daran passe ich meinen Lebensstil, meine Ernährung und mein Kaufverhalten an. Im größeren Kontext wird das Wort für mich mittlerweile so überstrapaziert und instrumentalisiert, dass es ziemlich leer klingt. Es passiert gefühlt viel zu wenig, auch wenn in den sozialen Medien (zumindest Instagram) sehr viele Menschen sind, die dafür brennen und das Thema ernst nehmen. Das ist aber eine Blase, denn der größte Teil der Menschen ändert nichts, wenn es nicht unbedingt sein muss oder vorgegeben wird. Dafür gibt es zahllose Beispiele: Billigfleisch, Plastik, Flugreisen.

 

Deine drei ultimativen Tipps für einen nachhaltigeren Alltag?

1. Prioritäten setzen – man kann unmöglich in allen Bereich komplett nachhaltig sein, deshalb sollte man Bereiche suchen, die sich gut umsetzen lassen, anstatt das Gefühl zu haben, man macht nie genug. 2. Langsam, eins nach dem anderen. Ein Lebensstil, der langfristig nachhaltig ist, erfordert Zeit. Also sich selbst nicht hetzten und warten, bis es Gewohnheit wird – dann fällt es zunehmend leichter. Man konditioniert sich sozusagen zur Nachhaltigkeit. 3. Vielen hilft es, wenn sie sich Dokumentationen zum Thema Nachhaltigkeit anschauen. Das tut erst mal weh und kann sich wie ein schmerzvolles Erwachen anfühlen, hilft aber auch, sich wirklich zu motivieren und dranzubleiben. ndern auch mit meinen Privilegien, weil ich das Glück hatte in Deutschland geboren zu sein.

 

Worauf achtest Du bei der Wahl Deiner Weihnachtsgeschenke?

Wenig Müll. Auch Verpackungsmüll. Bei uns werden Geschenke tatsächlich in Stoffe gepackt oder in wunderschönes, hochwertiges Papier ohne Klebestreifen, so dass es wiederverwendet werden kann. Inhaltlich: es muss langfristig Freude bereiten, das ist auch nachhaltig.

 

Mit welcher berühmten Persönlichkeit würdest Du gerne einmal plätzchenessend unterm Weihnachtsbaum sitzen?

Dieses Jahr möchte ich da am liebsten alleine sitzen bzw. nur im engsten Kreis. Ohne tiefschürfende Gespräche, denn mein Akku muss sich erst mal wieder richtig aufladen.

 

Vermisst Du Lametta am Weihnachtsbaum?

Gar nicht. Nullkommanull. Gab es bei uns ohnehin nur in wiederverwendbarer Form – d.h. wir mussten jedes Jahr die zerknitterten Lamettafäden glattstreichen und es gibt Dinge, die mehr Spaß machen. Bis wir irgendwann gar keine mehr verwendet haben. Luftballons würde ich übrigens auch nicht vermissen, ist für mich ein ähnliches single use & waste Produkt.

 

Adventskalender – go or no go?

Liebe ich. Solange die Befüllung hochwertig ist und sich z.B. auch gut weiterverschenken lässt und sich der Verpackungsmüll in Grenzen hält.

 

Deine Erfahrung mit festen Beautyprodukten wie Shampoos, Conditioner und Co.?

Solid Produkte werden meiner Erfahrung nach immer besser und beliebter. Und es sind keine Kompromisse mehr nötig, man muss keine Abstriche mehr machen zugunsten der Effizienz. Ich bin immer wieder überrascht. Sogar meine kleine Schwester (19) benutzt nur noch solid Shampoos, und lauert immer darauf, dass ich ihr welche abgebe.

 

Jetzt mal ehrlich: wie viele Beautyprodukte besitzt Du?

Dazu sage ich lieber nichts. Ich müsste auch grob schätzen, um ehrlich zu sein. Nicht gerade meine Stärke. Es sind viele – obwohl ich nur Cruelty Free und überwiegen Green Beauty mache.

 

Welchen ultimativen Beautytipp würdest Du an Deine EnkelInnen weitergeben?

Meinen sehr imaginären Enkelinnen würde ich sagen, sie sollen möglichst viel Zeit offline verbringen, denn das trägt zum Seelenfrieden und damit zur Zufriedenheit (auch mit sich selbst) bei. Keine Creme und kein Serum können Unzufriedenheit wegcremen. Da sie dann idealerweise viel Zeit draußen verbringen, wäre der 2. Tipp, dass sie angemessen Sonnenschutz tragen.

 

Kennst Du Deinen CO2-Fußabdruck?

Ja und gerade habe ich noch mal online mehrere Tests dazu gemacht. Ehrlicherweise bin ich enttäuscht– ich dachte, er sei kleiner, da ich mich schon seit Ewigkeiten vegetarisch, regional und saisonal ernähre, 80% Second Hand kaufe und an zwei Händen abzählen kann, wie oft ich bisher in meinem Leben geflogen bin. Das zeigt aber, dass man mit unserem hohen Lebensstandard einfach nicht nachhaltig lebt. Ernüchternd.

 

Was bedeutet die Ressource Wasser für Dich?

Leben. Außerdem bin ich Sternzeichen Fische und liebe es im, auf und am Wasser zu sein.

 

Wenn Du eine Sache auf diesem Planeten ändern könntest, welche wäre das?

Die Liste ist eigentlich endlos, aber was mich am meisten umtreibt, seit ich denken kann: Tier Leid, das würde ich gerne beenden. Passend dazu das Zitat von Mahatma Gandhi „Ich glaube, dass geistiger Fortschritt an einem gewissen Punkt von uns verlangt, dass wir aufhören, unsere Mitlebewesen zur Befriedigung unseres körperlichen Verlangens zu töten.“ D.h. für mich auch, dass in einer besseren Welt, alle Lebewesen mit mehr Mitgefühl behandelt werden würden, insbesondere die schwächeren, egal ob Mensch oder Tier. Leider sind das definitiv utopische Vorstellungen und Wünsche.

 

Welche Frage hätten wir Dir stellen sollen?

Vielleicht noch etwas in Richtung feel good nachdem meine Antworten wenig Friede, Freude, Heiterkeit enthalten. Liebstes Soulfood oder so. Das wäre dann Ribollita, eine Toskanische Bauernsuppe, mit Bohnen, Kohl und Tomaten. Die wärmt den Körper und die Seele.

 

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