Your water travel guide

Ob Kapstadt, Kalifornien oder Schweden: immer mehr Touristenregionen geht das Wasser aus. Denn die zahlreichen Besucherströme ziehen an den beliebten Reisedestinationen nicht unbemerkt vorbei – vor allem nicht im Hinblick auf den Wasserverbrauch. Neben Swimmingpools, Rasenflächen oder Golfanlagen, die laufend bewässert werden wollen, zählt aber auch der eigene Wasserverbrauch in Hotelzimmer, Apartments und Co. Welche Urlaubsziele in der Hochsaison besonders betroffen sind und worauf man als Tourist achten sollte, lest ihr hier.

 

Laut einer Studie von Gössling und Peeters entspricht der jährliche direkte und indirekte Wasserverbrauch durch Tourismus durchschnittlich 6.600 Liter pro Reisendem und Tag. Aufgrund des touristischen Wachstums und der Zunahme wasserintensiver Reiseangebote und Transportmittel rechnen die Forscher bis 2050 eine Verdoppelung des Verbrauchs. So verbraucht ein Tourist zwischen 80 und 2.400 Liter pro Hotelübernachtung. Zusätzliche Freizeitaktivitäten wie Wellness oder Golfen schlagen sich mit bis zu 875 Liter pro Reisetag nieder. Der indirekte Wasserfußabdruck durch den erhöhten Konsum von Nahrungsmitteln beträgt knapp 6.000 Liter Wasser pro Tag, die Anreise frisst durchschnittlich weitere 2.500 Liter. Neben den Chinesen zählen gerade die deutschen Touristen zu den Spitzenreitern beim Reisen und im Wasserverbrauch. 

Der Wasserverbrauch durch Tourismus ist allen voran auch eine Frage der Gerechtigkeit: denn während Wasser vor Ort zum knappen Gut wird, ist der Wasserverbrauch durch Reisende im Vergleich zu dem der lokalen Bevölkerung wesentlich höher. So verbraucht ein Gast eines 5-Sterne-Ressort im indischen Goa laut der britischen NGO Tourism Concern bis zu 1.800 Liter Wasser pro Tag, während die Bevölkerung mit 14 Litern auskommen muss. Und auf Bali werden laut einer Studie von Stroma Cole knapp 65 Prozent des gesamten Wasservorrates für den Tourismussektor verbraucht.

Welche Touristenhochburgen besonders vom Wassermangel betroffen sind? Wir haben ein paar wasserknappe Tourismusgebiete von Nord bis Süd und Ost bis West zusammengefasst:

 

Kapstadt

Am Ende traf er zum Glück nicht ein, der „Day Zero“. Die südafrikanische Touristenregion Kapstadt entging Mitte April 2018 nur knapp einer nie dagewesenen katastrophalen Wasserkrise. Nach einem unerwartet heißen, trockenen Sommer mit wenig Niederschlag war das Wasser bereits so knapp, dass die Millionenmetropole den maximalen Wasserverbrauch auf nur 50 Liter am Tag beschränkte. Am 15. März gaben die Behörden schließlich Entwarnung.

 

Kalifornien

Amerikas „Golden State“ zählt jährlich bis zu 16 Millionen Touristen. Doch im westlichen Bundesstaat der USA folgen auf milde Winter häufig trockene, niederschlagsarme Sommer, die Trockenheit, Dürren und Waldbrände zur Folgen haben können. Zugleich gelten die USA nicht als besonders wassersparende Nation: Während der durchschnittliche Wasserverbrauch in Deutschland bei 120 Litern liegt, verbraucht ein Amerikaner knapp 295 Liter am Tag – in Kalifornien sogar bis zu 370 Liter. Die kalifornische Regierung reagiert auf die Wasserknappheit inzwischen mit Sparanordnungen - werden diese nicht erfüllt, drohen bis zu 10.000 Dollar Bußgeld pro Tag. 

 

Schweden

Selbst vermeintlich wasserreiche Länder wie Schweden erleben in den letzten Jahren schwere Wasserkrisen: Aufgrund des geringen Niederschlags hatte Schweden 2017 mit akutem Trinkwassermangel zu kämpfen – der Grundwasserspiegel war dabei so niedrig wie seit 70 Jahren nicht mehr. Laut Behörden sollte in Südschweden täglich nur noch maximal 30 Sekunden lang geduscht werden.

 

Mallorca

2016 hatte die beliebte Ferieninsel Mallorca mit der größten Wasserknappheit seit mehr als 10 Jahren zu kämpfen. Die beiden größten Stauseen der Insel, die die Wasserversorgung der Touristenhochburgen und der Hauptstadt Palma sicherstellen, waren so gut wie leer. Die Regierung begrenzte die erlaubte Wassermenge pro Tag und Haushalt auf maximal 300 Liter. Die Verwendung von Trinkwasser für die Bewässerung von Pools und Gärten wurde verboten. Doch nicht alleine der Tourismus hat Schuld am Wassermangel: Aufgrund des undichten Leitungsnetzes der Insel versickert alleine auf dem Weg von Speichern zu den Häusern gut ein Viertel des Wassers. 

 

Türkei

Auch die Türkei bleibt von Wassermangel nicht verschont. Laut einer Studie des WWF ist der Grundwasserspiegel in den letzten 30 Jahren um 14,3 Meter gesunken. Dies hat insbesondere Folgen für die beliebten türkischen Großstädte: So mussten im Sommer 2007 Städte wie Istanbul, Ankara und Izmir tageweise das Wasser komplett abstellen. 

 

 

6 Tipps für nachhaltiges Reisen

Und trotzdem sollte keiner gänzlich auf seinen wohlverdienten Urlaub verzichten müssen. Aber es lässt sich schon mit kleinen Tipps und Tricks nicht nur sparsamer, sondern vor allem auch nachhaltiger Verreisen:

 1.     Sharing is caring

Wer aufs Flugzeug verzichtet, spart häufig nicht nur Geld, sondern unternimmt auch eine Menge gegen den eigenen CO2-Fußabdruck.

 

2.     Mind the time

Laut der Experten von GoodTravel wird ab einer Anreise von 700 Kilometern ein Mindestaufenthalt von einer Woche empfohlen. Ab 1.000 Kilometern sogar zwei Wochen.

 

3.     Rest greener

Je „grüner“ die Unterkunft, desto nachhaltiger der Urlaub: Bei der Wahl des richtigen Hotels oder der Ferienanlage sollte insbesondere auf einen ressourcenschonenden, fairen und sozialen Umgang und den Einsatz von erneuerbaren Energien geachtet werden. Reiseanbieter wie Green Pearls helfen dabei, weltweit die „grünsten“ Hotels und Ressorts zu ermitteln.

 

4.     Stay closer

Wie wäre es statt Kapstadt, Mallorca und Co. mit einem Urlaub auf Wangerooge, Sylt oder im Allgäu? Wer lokal Urlaub macht, spart häufig lange, lästige Anfahrten und reduziert seinen CO2-Fußabdruck immens.

 

5.     Make love. Not golf

Für die Bewässerung eines 18-Loch-Golfplatzes werden in Spanien laut WWF rund 700.000 Kubikmeter Wasser verbraucht. Das entspricht in etwa einer Trinkwasserversorgung von 15.000 Einwohnern über ein Jahr. Wer also besonders wassersparend reisen möchte, sollte insbesondere die Nutzung wasserintensiver Angebote in von Wasserknappheit betroffenen Ländern meiden.

 

6.     Be biodegradable 

Ob Mikroplastik, Paraffine oder Silikone: viele Inhaltsstoffe in herkömmlichen Kosmetikprodukten sind nicht biologisch abbaubar und daher nicht für unseren Wasserkreislauf geeignet. Ein nachfüllbarer, 100% natürlicher Reisebegleiter wie unser All Natural Travel Kit sollte daher auf keiner Reise fehlen.

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